Im Vorbereitungsdienst, der 2. Phase der Lehrerausbildung, werden im Dialog zwischen Seminar und Schule Lehrerinnen und Lehrer in der Schule von heute auch für die Schule von morgen ausgebildet.
Gute Lehrerinnen und Lehrer müssen sich während ihrer Ausbildung auf eine eigenverantwortliche Unterrichts- und Erziehungsarbeit auch für die Schule der Zukunft vorbereiten, wenn sie die Realität ihrer Schulen ernsthaft wahrnehmen und gleichzeitig „Schule neu denken“ (Hartmut von Hentig).
Für die Akzeptanz und dauerhafte Übernahme dieser Lehrerrolle ist die Auseinandersetzung mit teilweise divergierenden Erkenntnissystemen, mit den Wissenschaften aktueller Fächer, der aktuellen Unterrichts- und Lernforschung, den Erkenntnissen von Vermittlungs- und Erziehungsprozessen und den Theorien sozialer Organisation von Schulen hilfreich und notwendig.
Das Schwerpunktziel der 2. Ausbildungsphase bildet die systematische Entwicklung einer reflexiv gesteuerten, professionellen beruflichen Handlungskompetenz. Diese spiegelt sich u.a. in dem kompetenten Umgang mit komplexen Handlungssituationen aus den verschiedenen Lehrerfunktionsbereichen wider. In diesen Handlungs-situationen ist die Lehrerin/der Lehrer ganzheitlich herausgefordert, da in den Alltagssituationen immer verschiedene Lehrerfunktionen gleichzeitig angesprochen sind.
Auf der Grundlage der wissenschaftsbestimmten, vorwiegend fachorientierten ersten Phase der Lehrerausbildung werden in der zweiten Phase Theoriewissen mit praktischen Handlungskonzepten vernetzt.
Hierbei gilt es, die eigene Rolle als Lehrerin/ als Lehrer in einem zu entwickelnden System zu verstehen und anzunehmen.
Die Seminarausbilderinnen und –ausbilder sind daher vor allem der Aufgabe verpflichtet, die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in diesem Prozess ausgehend von den individuellen Voraussetzungen der Auszubildenden, auf individuellen Lernwegen, orientiert an persönlichen Lernfragen kompetent und unterstützend zu begleiten.