Medienpädagogische Grundqualifikation
z.B. Studienseminar Neuss

- stärker anwenderschulungsorientiert -

Die erste Stufe medienpädagogischer Grundbildung besteht darin, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der klassischen Anwendungen auseinander zu setzen. Ob dies Büro-Office-Pakete, klassische Bildkonverter oder die Recherchelogik im Internet sind, die Gegenstände der ersten Stufe haben sehr viel mit dem schulischen Ausbildungsalltag zu tun.

Sicherheit in der Anwendung üblicher Programme gehört natürlich zur Voraussetzung jeder kritischen Reflexion. Erst danach kann (und muss) sinnvollerweise eine medienkritische Reflexion einsetzen. Insofern stehen "Anwenderschulung" und kritische Reflexion in einem unauflöslichen Zusammenhang.
Die zentralen Bereiche, bei denen sich eigentlich von selbst versteht, dass sie zu einer Grundqualifikation lehrender und erziehender Berufe gehören, sind
In diesen zentralen Bereichen ist das Spektrum dessen enthalten, was unter dem Gesichtspunkt der Lehrerfunktionen (künftig Standards) heute aktuell Bestandteil von einer Grundausbildung in Sachen Medien sein sollte.


Grundqualifikation

Inhalte / Gegenstände

Verortung 

Recherchieren -
"Ich mache mich schlau"


Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als Schlüsselqualifikation
Bedeutung Rechner in Wirtschaft und Nachrichtenwesen. Web
Informationsbeschaffung und kritische Reflexion des Erkenntniswertes => Richtlinienbezüge
Sammlung von Unterrichtsprojekten, Digitalisierung
und intelligente Auffindestruktur entwickeln

Weitere Beispiele
FS SW, Ge, Rel, D

FS (Fachthemen), evtl HS (PISA)

alle Fachseminare, besonders
SoWi, Kunst, NW
Üben -
"Ich schaffe das"



Rechner als Hilfsmittel
-> Schreibmaschine incl. Einbinden von Bildern
-> Rechenmaschine (Tabellenkalkulation)
Anwenderschulung Office-Pakete
Arbeitsblatt incl. Gestaltung

Weitere Beispiele
FS / evtl HS
alle
Mathematik, Physik, Biologie, Chemie
Experimentieren -
"Wie funktioniert das"

Rechner als Arbeitsgerät
Messen, Simulieren, Berechnen

Statistiken erarbeiten als
Grundlage für Evaluation

Weitere Beispiele
FS
vor allem Mathematik und Physik

FS / HS
SoWi
Kooperieren -
"Wir arbeiten gemeinsam"


Ergebnisse kommunizieren, disseminieren
Arbeiten in Groupware-Systemen
Arbeit mit Email (Schreiben, Adressen verwalten etc)

BSCW, Lo-Net etc.

Kritische Reflexion netzgestützter Kooperation
Weitere Beispiele
FS, evtl HS

alle Fachseminare / Hauptseminare

alle


Präsentieren -
"Ich erkläre euch das"

Erarbeitung von Präsentationen und deren kritische Reflexion
Gestaltung
Wahrnehmungspsychologie  und Gestaltung von Arbeitsblättern
Einbindung von Animationen und Sound /Video
Weitere Beispiele
FS
HS
alle

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Medienpädagogische Grundqualifikationen II
- weniger anwenderschulungsorientiert -

Unstreitig ging es im Bereich der stärker anwendungschulungsorientierte Medienkonzeption darum, auch eine Grundlage zu legen für eine kritische, an der Sache orientierte Auseinandersetzung mit den Medien. Für eine solche Auseinandersetzung reicht es bei weitem nicht aus, lediglich ein versierter Nutzer zu sein. Die letzte Finessse einer ausgebufften Fußnotenverwaltung in einer Office-Suite zu beherrschen macht noch lange nicht einen kritischen Nutzer aus.

Aus diesem Grunde geht es in diesem zweiten Bereich der Grundbildung um die Schulung der Reflexion an ausgewählten Beispielen, die wohl Kenntnisse der Anwendungen voraussetzen, aber in der Reflexion darüber hinaus gehen. 

Um solche eher von Anwendungsschulung unabhängige Beispiele geht es im folgenden.



Mehrwert


Gegenstände / Inhalte


Verortung

kritischer Umgang mit Medien (1)
Bearbeitung von Audio-Files
Manipulationsmöglichkeiten
Tauschbörsen - Rechtsproblematik
Weitere Beispiele
FS Musik, andere FSS, HS

kritischer Umgang mit Medien (2)
Bearbeitung von Videotapes

FS Kunst, andere FSS mit Videoarbeit.
Rechtliches zur Benutzung von Software

Raubkopieren - legal nutzen - freie Software
CopyRight - CopyLeft Impressum
Weitere Beispiele
FS
HS
Kritische Diskussion von Fachsoftware
Sichten, Entwicklung von Kriterien und fallbezogen bewerten, Ergebnisse kritisch reflektieren
Weitere Beispiele
Fachsoftware in den FSS
Diskussion von möglichem Lerngewinn durch Rechner
bei Schülern
bei Lehrern
Reflexion des Einsatzes von Rechnern
unter Gesichtspunkten
Motivation
Ergebnisse
Evaluation

FS
HS
Besitz an Medien - gleich Verfügbarkeit?
Softwarepatente - open source als Thema der Zugangs zu Informationstechniken
Arbeit mit freier / kostenpflichtiger Software. Lizenzproblematik.

Weitere Beispiele
nach Kenntnisstand

HS
Proprietäre Software - open source
Die Verfügbarkeit des Quellcodes als Kriterium für die Verfügbarkeit über Software.

Weitere Beispiele
Fachsoftware in den FS
Politische Diskussion in den interessierten Fächern
...



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Anwenderorientierung versus kritische Reflexion - eine falsche Alternative?

Eine weitere, deutlich umfänglichere Auseinandersetzung handelte von dem Verhältnis von Anwenderschulung und medienkritischer Auseindersetzung: Bedurfte das eine des anderen, war reine Anwenderschulung nicht bereits der "Sündenfall"?

Nun sind die NEUEN Medien schon lange nicht mehr wirklich neu. Sie haben in allen Bereichen des Unterrichtens und Erziehens deutliche Spuren hinterlassen, sie haben allen Lehrenden neben anderem auch die Systematik der Rechner aufgezwungen, indem sie auch völlig neue Möglichkeiten eröffnet haben.

Soll zweitens die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen von Techniken dieser Art nicht als "Technikgläubigkeit" und "reine Männersache" etikettiert werden, muss sich einerseits der Alltagsnutzen (vom Handling und der Systematik) noch ganz anders, "nutzerfreundlicher" zeigen und andererseits müssen die Möglichkeiten bereits weit im Vorfeld des Einsatzsortes Schule (in der Ausbildung an Universität und in der zweiten Phase) in die Breite getragen werden.

Dies muss sich AUCH widerspiegeln in der kritischen und anwendungsschulungsunabhängigeren Analyse der Möglichkeiten und Grenzen dieser "neuen" Techniken.

Auch der Schutz von Daten, auch die freiwillige Herausgabe von eigenen Daten (z.B. Facebook, StudiVZ o. ä.) zwingen zu einer kritischen Selbstvergewisserung. Daten im Internet sind in der Regel vom Nutzer nicht mehr zu kontrollieren.

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Medienpädagogische Grundqualifikationen - Verfahren
  1. Jedes Fachseminar entwickelt gemäß seinen Anforderungen und spezifischen Bedürfnissen ein an medienkritischer Reflexion entwickeltes Fachseminarkonzept. (Veröffentlichung als Untermenge des jeweiligen Faches im Netz?)
  2. Jeder Referendar, jede Referendarin fragt bei ihren Seminarausbildern in den zwei Jahren insgesamt drei Angebote (im Fach- oder Hauptseminar) nach.
  3. Der jeweilige Ausbilder zertifiziert die Teilnahme an seinem Angebot in einem seminarspezifischen Medienportfolio. Sollte der Referendar ein digitales Portfolio führen, empfiehlt sich die Aufnahme der Zertifikate auch dort.
  4. Bei der Bewerbung um eine Stelle steht es den Lehramtsanwärtern und Referendaren frei, diese Portfoliozertifizierungen einzubringen.
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